Tierhaltung

Schweizer Fleisch und der Wasserverbrauch

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Fleisch und Wasser: Ein Thema, das immer wieder bewegt. Dass die Landwirtschaft Wasser verbraucht, daran zweifelt niemand. Aber welche Zahlen stimmen überhaupt? Und können diese wirklich für die Schweiz übernommen werden?

Dass beispielsweise eine Kuh mehr Wasser verbraucht als ein Huhn, liegt auf der Hand. Beim Thema «Wasser» hat die Schweiz jedoch einen entscheidenden Vorteil gegenüber vielen anderen Ländern: Wir sind das «Wasserschloss» Europas und ein sehr niederschlagreiches Land. Weltweit verbraucht die Landwirtschaft 70% des Frischwassers. In der Schweiz dagegen gerade mal 2%.

Wasser ist nicht gleich Wasser

15 000 Liter Wasser: So viel braucht es gemäss «Water Footprint» für ein Kilo Rindfleisch. Der «Water Footprint» berücksichtig dabei jedoch nicht nur die direkte Wassernutzung, sondern auch den indirekten Wasserverbrauch. Das bedeutet: Diese Zahl ist zu komplex, als dass sie einfach für die Schweiz übernommen werden könnte. Weshalb?

Zum Thema Wasser ist es wichtig zu erkennen, dass es sich dabei um einen Wasserkreislauf handelt. Auch wir trinken beispielsweise Wasser, welches danach wieder zurück in den Kreislauf geführt wird. Dieses Wasser ist nicht «verloren». Die genaue Betrachtung des «Water Footprint» ist deshalb sehr wichtig, denn er unterscheidet drei «Arten» von Wasser: Quell- und Grundwasser, Brauchwasser und Niederschlag.

«Arten» von Wasser

Wasser, das zur Tränke der Tiere und zur Bewässerung von Feldern genutzt wird. Es wird dem Kreislauf entnommen und steht anderweitig nicht mehr zur Verfügung.

 

Wasser, das in den Produktions- und Verarbeitungsbetrieben gebraucht wird und dabei ebenfalls dem Kreislauf entnommen wird.

 

Regen, der ohnehin fallen würde: Ob auf dieser Fläche ein Rind steht oder nicht. Dieses Wasser wird nicht dem Kreislauf entnommen, sondern verleibt darin. Es wird also nicht «verbraucht».

 

Keine Interpretation ohne Berücksichtigung des Wasserkreislaufs

Konkret bedeutet dies, dass nur die Wassernutzung zur Tränke und Bewässerung (1) sowie der Wasserverbrauch in den Produktions- und Verarbeitungsbetrieben (2) damit in direkter Konkurrenz zum menschlichen Trinkwasserverbrauch stehen. Wird das grüne Wasser aus der Rechnung ausgeklammert, zeigt sich selbst mit den offiziellen, global erhobenen Daten von Waterfootprint, dass der Wasserverbrauch von Fleisch absolut vergleichbar wird mit anderen Lebensmitteln.

Wasserfussabdruck in Liter pro Kilogramm

Wasserverbrauch

Woher kommt denn aber nun die viel zitierte Zahl «15 000»? Beim vielfach genannten «Wasserverbrauch von  15 000 Liter pro Kilogramm Rindfleisch» handelt es sich zu knapp 94% um Niederschlagswasser (3), wie in der Grafik ersichtlich ist. Dieses wird im Boden aufgefangen, von den Pflanzen verdampft und in den Wasserkreislauf zurückgeführt. Dies würde mit oder ohne Nutztiere geschehen. Schweizer Fleisch hat demzufolge eine gute Bilanz, was den Wasserverbrauch betrifft, und schneidet im internationalen Vergleich sehr gut ab, denn in der Schweiz dürfte der Wert von 925 Liter noch deutlich geringer sein, denn wie bereits erwähnt: Im sehr niederschlagreichen Klima müssen Futterflächen nur in geringem Ausmass bewässert werden. Daher auch der im internationalen Vergleich sehr tiefe Frischwasserverbrauch der Schweiz von nur 2%.